Alexander Skrjabin
Klaviersonate Nr. 3 fis-Moll op. 23 [Programm]
| Komposition der Sonate: | 1897 |
| Herkunft des Programms: | 1905, vermutlich von Tatjana de Schloezer (Skrjabins zweiter Frau) anläßlich einer Aufführung in Brüssel (hierzu: Schibli, S. 174) |
| Originalsprache: | französisch |
| Status: | Programm von Skrjabin autorisiert |
| Übersetzung: | bei Schibli |
| Literatur: | Schibli, Sigfried, Alexander Skrjabin und seine Musik. Grenzüberschreitungen eines prometheischen Geistes, München-Zürich: Piper, 1983 |
Text des Programms:
Seelenzustände
| [I.] | Die freie, ungezähmte Seele stürzt sich mit Leidenschaft in Schmerz und Kampf |
| [II.] | Die Seele hat eine Art von momentaner, trügerischer Ruhe gefunden; ermüdet von dem Leiden, will sie vergessen, singen und blühen - trotz alledem. Aber der leichte Rhythmus, die duftenden Harmonien, sind nur ein Schleier, durch welchen die unruhige, wunde Seele hindurchscheint |
| [III.] | Die Seele treibt auf einem Meer von sanften Gefühlen und von Melancholie: Liebe, Traurigkeit, unbestimmte Wünsche, undefinierbare Gedanken von zerbrechlichem, schemenhaftem Reiz |
| [IV.] | Im Aufruhr der entfesselten Elemente kämpft die Seele, wie trunken. Aus den Tiefen des Seins erhebt sich die ungeheure Stimme des Gott-Menschen, dessen Siegesgesang triumphierend widerhallt! Aber, noch zu schwach, fällt sie kurz vor Erreichen des Gipfels zermalmt in den Abgrund des Nichts. |
Dokument erstellt am 14. Dezember 1999
PD Dr. Wolfgang Krebs, Clemens Gresser