FZMw Jg. 2 (1999) TM 2

 

Alexander Skrjabin

 

Symphonie Nr. 1 E-Dur op. 26
[Schlußsatz, Text der Hymne an die Kunst]

 

 

Komposition der Symphonie:Sommer 1899 bis April 1900
Text:vom Komponisten, Sprache: russisch
Übersetzung:Margarete Hoffmann
Literatur:Schibli, Sigfried, Alexander Skrjabin und seine Musik. Grenzüberschreitungen eines prometheischen Geistes, München-Zürich: Piper, 1983

 

Text der Hymne an die Kunst

 

 

Solisten:

 

O, wunderbares Bild der Gottheit,
Der Harmonien reine Kunst!
Dir bringen wir in Freundschaft
Das Lob des begeisterten Gefühls.

 

Du bist des Lebens lichter Traum,
Du bist ein Festtag, bist Erholung,
Als Geschenk bringst du den Menschen
Deine Zauberbilder.

 

In jener düsteren und kalten Stunde,
in der die Seele voller Verwirrung ist,
Findet in dir der Mensch
Die lebendige Freude des Trostes.

 

Du rufst die Kräfte, die im Kampfe sanken,
Auf wunderbare Weise ins Leben zurück,
Im müden und kranken Geist
Zeugst du neue Gedanken.

 

Du gebärst der Gefühle uferlosen Ozean
Im entzückten Herzen,
Und der schönsten Lieder Lied singt
Dein Priester, durch dich erneuert.

 

Es herrscht allmächtig auf der Erde
Dein Geist, frei und machtvoll,
Durch dich emporgehoben, vollbringt
Der Mensch ruhmvoll die größte Tat.
Kommt herbei, ihr Völker der Welt,
Wir singen der Kunst zum Ruhme!

 

Chor:

 

Ruhm der Kunst, auf ewig Ruhm!

 


Dokument erstellt am 14. Dezember 1999

PD Dr. Wolfgang Krebs, Clemens Gresser