Stefan Wolkenfeld:
George Lucas' Space Opera 'Star Wars' und ihre Bezüge zu Musikdrama und Orchestersprache des
19. und frühen 20. Jahrhunderts
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Jg. 10 (2007), S. 71-98
Die enorme Popularität der Star Wars-Filme (sechs Teile, 1977-2005) hängt auch mit der von John Williams komponierten Filmmusik zusammen. In enger Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Produzenten der Hexalogie, George Lucas, entstand ein Score, der sich bewusst auf die Mitte der 1970er Jahre in der Filmmusik nicht mehr verwendeten Elemente des klassischen Hollywood Sounds à la Korngold, Waxman oder Steiner bezog. Auf Basis der von Lucas ausgewählten temp music kreierte Williams eine Musik, die sich bewusst an den Musikdramen und der Orchestersprache des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts orientierte; in der Literatur wurden dabei bisher besonders die engen Bezüge zum Wagner'schen Musikdrama betont. In diesem Artikel wird weniger auf die (vielfach konstruierten) unmittelbaren Verbindungen eingegangen, sondern vielmehr gezeigt, dass die musikdramatische Idee des Leitmotivs – die in der Filmmusik seit jeher eine wichtige Rolle spielt – von Williams konsequent auf die Star Wars-Hexalogie übertragen wird: Indem Williams dramaturgisch motivierte Bezüge zwischen den von ihm erdachten Leitmotiven herstellt und diese selbst zum Teil der Handlung werden (indem sie, wie auch die Protagonisten, "Entwicklungen" durchlaufen), schafft er eine Filmmusik, die sich von den üblichen Schemata der Filmsymphonik löst und neben der Emotionalität des Hörers auch dessen Intellektualität anspricht, damit also ein wichtiges Moment des Wagner'schen Musikdramas auf die Filmmusik überträgt. (Stefan Wolkenfeld)
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Page created on 27/10/2007 / Dokument erstellt am 27. Oktober 2007